Frankfurt

Die letzten Stunden haben wir damit verbracht, den Camper wieder abgabefähig herzurichten. Die Arbeit hat sich gelohnt, er wurde innen und außen als „clean“ abgenommen… 🙂
Nun sind wir wieder gut in Frankfurt gelandet. Schön, dass ihr uns verfolgt und bis zum Ende durchgehalten habt. Wir hoffen, ihr hattet Spaß beim Lesen unseres Blogs. 😉

Zum Abschluss unserer Reise gibt es nun wieder ein paar Zahlen und Fakten:

Wir waren 26 Tage unterwegs, haben zwei Länder bereist, dabei ca. 5.200 km auf der Straße zurückgelegt. Davon etwa 1.000 km in Kanada und  ca. 4.200 km in Alaska – wobei es in Alaska insgesamt nur etwa 5.000 km Highways, also Überlandstraßen, gibt. Trotz einiger berüchtigter Offroadstrecken hatten wir keine Panne – nur ein zerbrochenes Weinglas… 🙂

Wir haben erfahren und auch gemerkt, dass mehr als 15% aller Einwohner Alaskas deutscher Abstammung sind und damit die die größte Bevölkerungsgruppe bilden.

Interessant finden wir, dass man als Amerikaner jährlich $1.200 bekommt, wenn man „freiwillig“ in Alaska lebt.

Wir können uns gut vorstellen, dass sich Alaska in den nächsten Jahren verändern wird – zum einen sieht man bereits heute die klimatischen Veränderungen, bspw. am rasanten Rückgang der Gletscher, zum anderen überlegt die amerikanische Regierung gerade, die Nationalparks für den Rohstoffabbau freizugeben. Da der Staatshaushalt Amerikas zu einem großen Teil vom Öl abhängt, kann sich die Auswirkungen gewiss jeder vorstellen.

Wer Alaska also noch in der jetzigen Form genießen möchte, muss sich möglicherweise beeilen…

Anchorage

Wenn man sich Anchorage aus der Wildnis oder einer langen Fahrt auf dem Highway nähert, freut man sich vor allem auf die Vielfalt an gastronomischen Einrichtungen und Shoppingmöglichkeiten. Verlässt man jedoch nach einem langen Flug bspw. aus Frankfurt den Flieger fühlt man sich beim Anblick der Verkehrsstuas, des Wildwuchses an Tankstellen, Fastfoodrestaurants und Supermärkten eher an einen der gesichtslosen amerikanischen Privinzstädte des Südens erinnert.

Einhemische sagen häufig „Das beste an Anchorage ist, dass es nur eine halbe Stunde von Alaska entfernt ist.“

Kein Punkt der Stadt ist mehr als 7 Kilometer vom „Busch“ entfernt und so kommt es vor allem im Winter zu Begegnungen mit Tieren, wenn sich bspw. Elche in die Vorgärten verirren, um noch Büsche oder Sträucher zum Essen zu finden.

Wir verbrachten den Tag mit einem Besuch der Innenstadt, einem Cafe, einem kleinen Kino, das einen kurzen Film über die Landschaft Alaskas zeigte und dem Schlendern in Souvenirläden.

Nun freuen wir uns auf einen Restaurantbesuch an unserem letzten Urlaubsabend in Alaska.

Talkeetna

Einen Tag früher als eigentlich geplant, sind wir aus dem Denali aufgebrochen – Grund dafür war die Tatsache, dass man immer mindestens 3 Nächte buchen muss, sein Fahrzeug jedoch nach Ankunft nicht mehr bewegen darf bis man den Park wieder verlässt und wenig spannende Wege, direkt an unserem Campground begannen.
So sind wir also bereits Richtung Anchorage gefahren und haben in einem kleinen Ort – Talkeetna – unseren Camper direkt an einem Fluss mit der Möglichkeit Feuer machen zu können, abgestellt. Trotz knapper Beschreibungen des Ortes in Reiseführern, finden wir diesen Ort richtig schön und individuell.
Morgen fahren wir zurück aus der Wildnis – dem wahren Alaska – in die Großstadt nach Anchorage (300.000 Einwohner) und werden dort die letzte Nacht im Camper verbringen.

Denali NP

Der Denali Nationalpark ist der größte, bekannteste und touristischste Nationalpark Alakas. Wer sich nicht rechtzeitig im vorhinein eine Unterkunft und Busfahrt gebucht hat, für den heißt es oft Nerven bewahren, denn der Park darf nur mit einem Bus befahren werden und es gibt nur einen kleinen Wohnmobil – Campground im Park. 65 % aller verfügbaren Fahrscheine können telefonisch oder schriftlich am Anfang eines Jahres gebucht werden. Wer bei dieser Reservierung kein Glück hatte, muss sich morgens gegen 06:00Uhr in die Warteschlange einreihen und hoffen eines der restlichen Tickets für zwei Tage im voraus ergattern zu können.

Auf Grund dieser Tatsache herrscht daher in der Hochsaison ein ziemliches Tohuwabohu in der Touristeninfo und den Unterkünften in der Gegend; alles ist überfüllt und die Angestellten in den Geschäften, den Unterkünften und Tankstellen sind wortkarg und mürrisch, dass man sich wohl an einen vorweihnachtlichen verkaufsoffenen Sonntag erinnert fühlt. Wir haben unsere Karten bereits rechtzeitig aus Deutschland reserviert und konnten somit problemlos in Richtung unseres Campingplatzes aufbrechen.

Die Anziehungskraft des Denalis resultiert aus der grandiosen Landschaft und daraus, dass es sich um eines der letzten intakten Ökosysteme Nordamerikas handelt. Grizzlybären, Karibus, Wölfe und Füchse wandern ungestört über die Tundra, Elche waten durch Seen und Dallschafe weiden an den Berghängen. Damit das so bleibt, darf der Nationalpark nur mit einer begrenzten Anzahl an Shuttlebussen befahren werden – das bedeutet man sitzt stundenlang in einem Bus, der über eine steinige Holperstrecke geschaukelt wird und ist dem Zwang einiger Zeitgenossen ausgesetzt, mit großen Geschrei auf den Kameraauslöser zu drücken, sobald sich am Horizont ein Tier zeigt. Das kostet ebenso Nerven wie die Späße des Busfahrers, der ca. 10 Stunden am Stück quatscht, um alle bei Laune zu halten. Andererseits ist es die einzige Möglichkeit diesen tollen Nationalpark mit dem fast 7.000 Meter hohen Mt. McKinley, den atemberaubenden Panoramen und der faszinieren Tierwelt, für die sich unsere Busfahrerin auch sehr viel Zeit genommen hat, zu erleben.

Für uns war es also ein etwas gespaltenes Erlebnis – auf der einen Seite haben wir einen wunderschönen Nationalpark mit vielen beeindruckenden Tieren gesehen, mussten dieses Erlebnis jedoch geschlagene 10 Stunden mit ca. 25 anderen Menschen teilen.

Fairbanks

Über North Pole und Fairbanks ging es heute nach Chena Hot Springs.

In North Pole wird man von einer über 12m hohen Nikolausfigur begrüßt, neben der einen ein riesiger Weihnachtsladen (Santa Claus House), in dem allerhand Nippes verkauft wird, erwartet.
Anfang der 50er Jahre hat man sich den Namen ausgedacht, weil man spekulierte, dass sich dadurch Spielzeughersteller ansiedeln würden, daraus wurde zwar nichts, aber der Nikolaus, das Santa Claus House und Straßenlaternen als Zuckerstangen getarnt, blieben.

Kurz danach rollt man hinein in eine urbane Insel in der weitgehen weglosen Wildnis von Zentralalaska: Fairbanks, zweitgrößte Stadt Alaskas mit ca. 30.000 Einwohnern. Hier finden sich die typischen Dinge einer Provinzstadt- Hotels, (Fastfood-)Restaurants, Supermärkte, Autohändler… Wir drehten lediglich mit dem Auto eine kleine Runde, besuchten das Visitor Center, tankten, kauften für den Rest unserer Reise ein, freuhten uns über einen Starbucks Kaffee und machten uns weiter auf den Weg nach Chena Hot Springs.

100 Kilometer von Fairbanks durch die Wildnis bis ganz zum Ende des Highways liegt mitten im Busch das kleine Resort ‚Chena Hot Springs‘. Seit mehr als 100 Jahren kann man hier wunderbar in heissen Quellen entspannen und die Ruhe geniessen.
Das scheint trotzdem noch ein kleiner Geheintipp zu sein, denn der Reiseführer erwähnt es nur in einem Nebensatz… wir finden es super und bleiben eine Nacht.

Morgen geht es dann in den Denali Nationalpark, Alaskas grössten und touristischsten Park. Wir bleiben dort wahrscheinlich drei Nächte, sodass ihr erst wieder Freitag von uns lesen werdet.

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